Hamlet

William Shakespeare
Theater Bielefeld

Regie: Dariusch Yazdkhasti
Bühne und Kostüm: Julia Hattstein
Video: Konrad Kästner



Pressestimmen

Dass Hamlet bei Yazdhkasti eine Prinzessin ist, die von Nicole Lippold gespeilt wird, verändert die Grundkonstellation nicht unwesentlich, denn dadurch wird die Position der durch den Staatsstreich ihres Onkels Claudius entmachteten Thronfolgerin noch prekärer. Folgerichtig wird die sich gegen ihre Unterdrückung auflehnende Prinzessin per Videoinstallation (Konrad Kästner) in die noch gar nicht so alte Kinotradition gewaltbereiter weiblicher Selbstermächtigung gestellt - unter anderem mit Sequenzen aus “Thelma & Louise”, Ellen Rippley aus “Alien” oder Sarah Connor aus “Terminator”. (…) Das Ensemble bietet hochklassige Leistungen, die Videosequenzen sind gut in die Handlung integriert, Bühnenbild und Kostüme überzeugen. Sehr sehenswert.
(Neue Westfälische)

Alle tot. Und der Rest ist Schweigen. Das gilt für Shakespeares “Hamlet”. Das gilt nicht für die “Hamlet”-Premiere im Stadttheater. Kein Schweigen, dafür frenetischer Jubel des Publikums. (…)Videos (Konrad Kästner) zeigen Filmschnippsel von Töten und Getötetwerden, von Frauen, die ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen (als Waffe), die aber auch zu Opfern werden. (…) Die Barbarei auf der Bühne hat ein Ende, der Wahnsinn nicht, hat er doch Methode. Stehende Ovationen und langer Applaus des begeisterten Publikums.
(Westfalenblatt)

Die Videos von Konrad Kästner sind die Kommentarebene. Dreimal fahren Projektionsflächen von der Decke herab, die ein bisschen an flatterige Brecht-Gardinen
erinnern. Der Abend beginnt mit einer Collage von Leni Riefenstahls „Olympia“-Filmen und Hollywoodbildern – pathetisches Gefühlskino zu Musik aus Richard Wagners
„Götterdämmerung“. Wenn Hamlet sich zum Kämpfen entscheidet, gibt es eine Zusammenstellung von Actionheldinnen, von Ripley aus den „Alien“-Filmen über „Thelma und Louise“ bis zu Milla Jovovich in der „Resident Evil“-Reihe. Nach der Pause kommt nach dem Mord an Polonius sein Sohn Laertes zurück, Aufruhr droht in Dänemark, und die Videos zeigen Bilder von gewalttätigen Demonstrationen. Das alles öffnet Assoziationsspielräume, ohne Aussagen oder Anregungen zu fokussieren. Der Bielefelder „Hamlet“ ist nicht für reisende Kritiker:innen gemacht, die nach neuen Interpretationsansätzen suchen, um sie vergleichend zu diskutieren. Es ist eine Vorstellung, wie sie das Publikum liebt, unterhaltsam trotz drei Stunden Länge, mit Action, viel schwarzem Humor und ein bisschen Gefühl.
(Theater der Zeit)


Infos und Karten
Staatstheater Kassel


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