Aida

Guiseppe Verdi
Staatstheater Kassel - Interim

Musikalische Leitung: Ainārs Rubiķis
Regie: Florian Lutz
Video-Regie: Konrad Kästner
Bühne: Sebastian Hannak
Kostüme: Mechthild Feuerstein
Dramaturgie: Kornelius Paede
Chor: Marco Zeiser Celesti
Licht: Jürgen Kolb


Pressestimmen

Beängstigend gelungen sind die Videovisionen eines Europas, in dem die Parlamente brennen, Schamanen (wie im Kapitol) das Rednerpult okkupieren und Höcke, Orban oder Tillschneider die Gesichter der Anführer liefern. Spätestens da haben die Videos die Qualität einer Robert Harris- Verfilmung von dessen „Vaterland“-Dystopie.
(Concerti)

Allein die offensichtlich mit KI-Hilfe gemachten Videos von Konrad Kästner, die den Sturm auf die Parlamente nach dem Modell der Erstürmung des Kapitols in Washington, als Vision für Deutschland und Europa wie ein Menetekel vor den sterilen, himmelblauen Hintergrund malen; die Militärparade und die martialische Fliegerstaffel, die übers Brandenburger Tor Richtung Osten fliegt; aber auch die beängstigend modellhaft propagierte europäische Musterfamilie oder Orban und Höcke, die sich beim Bad in der Menge bejubeln lassen, wirken in der gestochenen Schärfe der Bilder (und ihrer Botschaft!) beängstigend. Ähnlich ist es mit der Spaltung der Gesellschaft, die auch die Passagiere dieser Aida-Kreuzfahrt am Ende zerreißt. (…)
Wenn die Kreuzfahrt wieder im neuen Heimathafen anlegt, gibt es viel Beifall. Für diese Reise. Und für den neuen Hafen. Dass die herausfordernde Inszenierung auch ein paar Buhs abkriegte, gehört dazu. Irgendwer wird immer seekrank.
(Neue Musikzeitung)

Mit jeder Menge KI-trainierten Videos erzählt der Abend vor allem vom Krieg. Nur dass die Konfliktparteien in Kassel nicht Ägypten und Äthiopien heißen (wie bei Verdi), sondern Russland und Ukraine. Mit torkelnden Iwans, einem Stabsmusikkorps der Bundeswehr, das den Triumphmarsch bläst, und Protagonisten, die wirken, als seien sie frischweg von den Bildschirmen der Tagesschau in die neue Kasseler Spielstätte gesprungen.
(Die Zeit)

Fotos © Sebastian Hannak & Sylwester Pawliczek

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