Der fliegende Holländer

Richard Wagner
Staatstheater Kassel - Interim

Musikalische Leitung: Clemens Fieguth
Regie: Florian Lutz / Marlene Pawlak
Bühne: Sebastian Hannak / Maximilian Schwidlinski
Kostüme: Mechthild Feuerstein
Dramaturgie: Teresa Martin
Video: Konrad Kästner


Pressestimmen

Wer einen musikalisch hochkarätigen “Holländer” mit klarer Textverständlichkeit und schauspielerischer Brillanz sehen will, sollte nach Kassel fahren. (…) Gelungen sind die Videos von Konrad Kästner, der in exakter Übereinstimmung von Text und Bild arbeitet und so spannende Setzungen bietet, etwa die Weltuntergangserzählung des Holländers. Hervorzuheben sind die Cam-Operatoren Fritz Eggenwirth, Victoria Koberstein und David von der Stein.
(Orpheus Magazin)


Wagners Holländer ist hier ein Tech-Milliardär vom Schlage eines Elon Musk, der an einer Marsmission arbeitet, den Kapitalismus aufs nächste Level hebt und mit seinem unendlichen Reichtum und selbstbewussten Zukunftssprech unwiderstehlich wirkt. Einerseits für die darbende Weltwirtschaft, die vor dem Kollaps steht, wie fiktive Zeitungs- und Nachrichtenausschnitte suggerieren, mit denen die Videowände tapeziert sind. Aber auch für den Schiffsfracht-Unternehmer Daland, der sofort bereitwillig seine Firma in den Rachen des Hyperkapitalisten wirft. Ist doch egal, dass dieser umgehend dutzende Beschäftigte entlässt. Diese Setzung funktioniert durchaus gut, der Gedanke ist schlüssig ausgearbeitet, die Spielszenen sind präzise auf die Musik und Gesangstexte gebaut.
(HNA)


Die Geschichte, die Florian Lutz und Marlene Pawlak erzählen, ist durchaus spannend, keine Frage. Die Kritik an Tech-Milliardären, ihren skrupellosen Geschäftsmethoden, ist genauso berechtigt wie die Beobachtung, dass heutzutage zunehmend Errungenschaften des Feminismus infrage gestellt werden, dass die Demokratie in Gefahr ist. Das wird szenisch ausgesprochen lebendig umgesetzt, Humor kommt nicht zu kurz, auch tragische Momente berühren. (…)Am Ende brauste der Beifall so mächtig auf wie der Sturm vor Norwegens Küste. Und die anfänglichen Buhrufe beim späten Erscheinen von Florian Lutz und Marlene Pawlak wurden rasch von der zunehmenden Euphorie des Premierenpublikums übertönt.


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